Freitag, 24. März 2017

[Interview] mit Nicole Gozdek

mit
Nicole Gozdek


Nicole Gozdek wurde 1978 geboren. Nach dem Germanistik- und Romanistikstudium mit Schwerpunkt auf Literatur und einem Abstecher in die Buchbranche arbeitet sie heute als Online-Redakteurin bei einem französischen Modeunternehmen. Daneben ist sie Buchbloggerin und Autorin. Mit ihrem All-Age-Fantasyroman „Die Magie der Namen“ gewann sie 2015 den ersten #erzählesuns-Award des Piper Verlags.



Der 16-jährige Nummer 19 träumt insgeheim davon, als Erwachsener ein Held und bedeutender Name zu werden. Die 19 hat ihm in seinem Leben bisher kein Glück gebracht. Doch als der Tag der Namensgebung endlich gekommen ist, lösen sich seine Hoffnungen in Unglauben auf. Er erhält einen Namen, den keiner zu kennen scheint. Wer ist dieser Tirasan Passario, dessen Namen er für den Rest seines Lebens tragen wird? Nur das große Namensarchiv in der Hauptstadt Himmelstor kann ihm Auskunft geben. Gemeinsam mit dem Krieger Rustan Polliander und dessen Freunden macht er sich auf in die weit entfernte Stadt. Doch die Reise entpuppt sich als gefährlicher als erwartet. Namenlose und dunkle Verfolger trachten der Gruppe nach dem Leben. Und auch sein eigener Name hält noch einige Überraschungen für Tirasan bereit ...

HIER kommt ihr zum Buch.


Die Magie der Namen ist ja sehr erfolgreich.
Wie entstand entstand das Buch und woher hast du die Inspiration genommen?

Danke, ja, das war eine tolle Entwicklung, von der ich 2008, als ich die Idee zum Roman hatte, nicht zu träumen gewagt hätte. Es fing eigentlich alles ganz unspektakulär an, nämlich bei der Gartenarbeit.
Dazu muss man wissen, dass ich Gartenarbeit hasse. Um mir die Zeit zu vertreiben, habe ich also über mein damaliges Schreibprojekt nachgedacht und habe erkannt, dass ich beim Namenerfinden für die High Fantasy-Geschichte unwillkürlich nach einem bestimmten System vorgegangen bin. Nämlich weiche Klänge für die Helden und eher härtere Klänge für die Bösewichte.
Dann habe ich mir die Frage gestellt, was ich sonst noch mit Namen verbinden könnte: Geschlecht, Eigenschaften wie gut oder böse, Herkunft der Figur, etc. Und dann bin ich einfach noch einen Schritt weitergegangen und habe mich gefragt, was wäre wenn über den Namen einfach alles Entscheidende einer Person, die gesamte Identität, zugewiesen wird? Und schnell hatte ich die Ideen für die Welt und das erste Kapitel von „Die Magie der Namen“ im Kopf und habe nach der Gartenarbeit alles aufgeschrieben. Aber da ich noch mitten drin in meinem anderen Schreibprojekt war, lag die Geschichte anschließend auf meinem Computer und wartete.
Bis ich am 01.11.2014 den #erzaehlesuns Wettbewerb des Piper Verlags entdeckte und unbedingt mitmachen wollte. All meine bestehenden Projekte hatten aber ein Problem: sie waren zu lang für den Wettbewerb. Ich brauchte eine neue Idee, möglichst eine, die ich schon gut ausgearbeitet hatte, denn mir blieben nur 6 Wochen Zeit, um sie zu schreiben und einzureichen. Da fiel mir mein Namensprojekt, das damals noch den Arbeitstitel „Die Macht der Namen“ trug, wieder ein und ich fing an zu schreiben. Ich habe weder damit gerechnet, die Geschichte rechtzeitig fertig zu bekommen, noch den Wettbewerb zu gewinnen oder dass die Geschichte bei den Lesern so gut ankommt. Und ich bin sehr froh und dankbar deswegen.

Hast du Eigenschaften von dir selbst in deinen Roman eingebaut?

Kurze Antwort: Nein.
Lange Antwort: Klar, man kann es als Autor natürlich nicht vermeiden, dass einige Figuren gewisse Eigenschaften von einem selbst tragen, aber ich lege Figuren nicht so an, dass sie mir ähneln. Ich will nicht insgeheim die Heldin meiner Geschichten sein, das fände ich langweilig, weil meine Figuren dann alle sehr ähnlich wären. Meistens ist es so, dass die Figuren schon mit einigen Eigenschaften ausgestattet in meinen Kopf spazieren und anfangen, mir ihre Geschichte zu erzählen.
Klar, seine Liebe zu Büchern und Abneigung gegen Sport teilt Tirasan mit mir, aber das war eher Zufall, weil diese Eigenschaften zu seiner Figur und der Geschichte passen. Im Rest unterscheidet sich Tirasan doch stark von mir und das ist gut so.
Als Autorin möchte ich in allererster Linie eine Geschichte erzählen und dafür brauche ich auch eine gewisse Distanz zu den Figuren, damit ich manchmal auch richtig fies zu ihnen sein kann. Denn ohne Konflikte, Krisen, Katastrophen, etc. gäbe es keine spannende Handlung. Und wenn manche Hauptfigur mir ähneln würde oder müsste - puh, ich denke nur an den schadenfrohen Murphy, der Protagonist meines phantastischen Schelmenromans, der noch nicht erschienen ist -, das würde mir gar nicht gefallen.


Das Buch hat ja gerade seinen 1. Geburtstag gefeiert.

Weißt du noch wie du den Tag der Erscheinung verbracht hast?
Ja, das weiß ich noch. Ganz nervös. :) Aber du wolltest bestimmt eine etwas ausführlichere Antwort. ;-)
Ich habe versucht, den ganzen Tag halbwegs normal zu verbringen, doch da „Die Magie der Namen“ ja mein erstes Verlagsbuch war, klappte das natürlich nur bedingt. Das heißt, ich bin ganz normal zur Arbeit gegangen und hatte mich auch abends zu einer Firmenfeier einladen lassen. Doch tagsüber habe ich in den Pausen immer wieder liebe Nachrichten und Glückwünsche bekommen und beantwortet, abends habe ich dann die letzten Bücher für die Gewinner meines Facebook-Countdowns signiert – ein komisches Gefühl übrigens, wenn man das zum ersten Mal macht - und zur Post gebracht und später auf der Feier Fragen von meinen Kollegen zum Buch beantwortet. Und zwischendurch habe ich mir die ersten Rezensionen durchgelesen. Es war ein wirklich aufregender Tag.

Arbeitest du bereits an einem neuen Buch? Falls, ja, magst du darüber schon etwas verraten?
Ja, ich arbeite schon an etwas Neuem. Ich glaube, wenn ich die Frage mal mit Nein beantworten sollte, bin ich krank oder habe das Schreiben an den Nagel gehängt. ^^
Aktuell habe ich sogar mehrere Projekte und muss mich entscheiden, woran ich als Nächstes weiterschreibe. Ich entwickle gerade Ideen für eine romantische Urban Fantasy-Reihe, habe zwei angefangene High Fantasy-Romane (Arbeitstitel „Licht und Schatten“ und „Die magische Schatzsuche“), an denen ich eigentlich auch schon längst weiterschreiben wollte, und außerdem hatte ich gerade Ideen für zwei Kinder- und Jugendbuch-Projekte, die ich nun erst mal aufschreiben und ausbauen möchte, bevor ich dort loslege. Mal gucken, wann ich euch dann Konkreteres erzählen kann.

In welchem Genre liest du selbst am liebsten?

Fantasy. Überrascht vermutlich keinen, aber ich bin ein richtiger Fantasyfreak. Die meisten meiner Bücher stammen aus dem Genre und ich schreibe auch am liebsten Fantasy. Ich mag die Phantasie, die Vorstellungskraft der Autoren, die Magie, die phantastischen Wesen und Welten. Fantasy ist so vielfältig, dass mir das Genre niemals langweilig wird.

Welcher Autor inspiriert dich?

Einer meiner Lieblingsautoren, der mich inspiriert, ist Brandon Sanderson. Ich finde es genial, wie er es immer wieder schafft, komplexe phantastische Welten mit neuartiger Magie zu entwickeln, die mich jedes Mal einfach vom Hocker hauen. Ich habe den Eindruck, seiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, und wenn ich es irgendwann auch nur halb so gut und kreativ hinbekomme, dann kann ich mich glücklich schätzen.
Aktuell freue ich mich schon auf seinen neuen Roman „Schatten über Elantel“, der diesen Monat erscheint. Ich bin schon neugierig, womit er uns Leser dieses Mal überraschen wird.

Was wünscht du dir in Zukunft für deine Bücher?

Weiterhin so tolle Leser, die hoffentlich begeistert von den unterschiedlichen Geschichten sind, die ich zu erzählen habe.
Über eine Übersetzung ins Englische oder Französische würde ich mich auch riesig freuen, damit zwei meiner langjährigen Freundinnen, die leider kein Deutsch sprechen, meine Geschichten sie auch endlich mal lesen können. Ich glaube, die beiden warten da noch sehnsüchtiger drauf als ich.
Ein absoluter Traum wäre es, wenn ich irgendwann vom Schreiben leben könnte. Denn das ist es, was ich am liebsten tue.

Jetzt spielen wir eine Runde Sekt oder Selters ;)

Kaffee oder Tee?
Tee. Kaffee mag ich gar nicht, noch nicht mal riechen.

Spaghetti oder Pizza?
Pizza.

Schokolade oder Chips?
Ganz klar Schokolade.

Hund oder Katze?
Katze.

Tag oder Nacht?
Tag, ich bin überhaupt kein Nachtmensch.

Serie oder Film?
Puh, das ist schwer, ich mag beides. Muss ich mich entscheiden, dann für Serie. Wenn ich etwas toll finde, dann darf es gerne auch etwas mehr sein. Sprich mehrere Staffeln. :D

Taschenbuch oder Hardcover?
Ehrlich gesagt Taschenbuch. Hardcover sind zwar schön, aber ich kaufe eher Taschenbücher. Da ich eine Schnellleserin bin, kann ich mir dann zwei Taschenbücher statt eines Hardcovers kaufen. Den Lesenachschub brauche ich einfach. :)


Vielen, vielen Dank, liebe Nicole, dass ich dir ein paar Fragen stellen durfte und so interessante Antworten bekommen habe.

Noch eine klitzekleine Info
Für diejenigen unter euch, die wie Nicole ebenfalls lieber Taschenbücher mögen, der sollte sich den 2. Juni vormerken, denn dann erscheint Die Magie der Namen nämlich als Taschenbuch!
HIER findet ihr noch ein Werk aus der Feder von Nicole Gozdek und zwar "Königreich zu verschenken". 

Habt ihr bereits etwas von Nicole Gozdek gelesen? Wenn ja, wie gefiel es euch?



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen